Informationen & Berichte 2021

Messdienerleiterinnen

Pfarrer Heio Weishaupt und die Messdienerleiterinnen Anna David und Lara Kuhlmann hatten in der Samstagsmesse in St. Mauritius eine besondere Aufgabe: Die Messdiener-Leiterinnen Ellen Terhorst, Kristin Brockmann, Marina Wucherpfennig, Sarah Närmann, Laura Närmann, Lena Springeneer  sowie „Halbleiter“ Florian Kübber wurden mit einem Blumenstrauß verabschiedet und Pfarrer Weishaupt dankte allen für den Einsatz für das Gemeindeleben und die Messdienerarbeit. Mit Ellen Terhorst scheidet auch die dienstälteste Leiterin nach 20 Jahren im Leitungsteam der Messdiener aus. Seit vielen Jahren hat sie die Ausbildung der neuen Messdiener koordiniert und durchgeführt und viele Veranstaltungen, Fahrten und Aktionen der Messdiener geplant und organisiert, zuletzt war sie mit Lara und Rabea Kuhlmann und Florian Kübber für das Messdienerwochenende in Schillig verantwortlich. Nach der Verabschiedung in der Messe fand eine Revivalparty von aktuellen und ehemaligen Leiterinnen und Leitern der Messdienerschaft in Hausdülmen statt. „Es war ein gelungener Abend und ich denke auch ein schöner Abschluss für alle Leiterinnen, die wir verabschiedet haben. Es war zu spüren, wie wir als Gemeinschaft zusammen gewachsen sind, wir hatten uns viel zu erzählen und sehr viel Spaß beim gemeinsamen Spielen von klassischen Messdienerspielen“, blickt Lara Kuhlmann auf die Feier im Pfarrheim Hausdülmen zurück. Und auch nach der Verabschiedung der Leiterinnen geht die Arbeit mit den Messdienerinnen und Messdienern weiter. „Als nächstes geht es nun darum, mit der Ausbildung neuer Messdiener zu beginnen um sicherzustellen, dass diese Gemeinschaft noch lange weiterbesteht“, blickt Kuhlmann nach vorne.  

Foto (von links): Die Messdienerleiterinnen Marina Wucherpfennig, Ellen Terhorst, Kristin Brockmann, Sarah Närmann, Laura Närmann und Lena Springeneer sowie „Halbleiter“ Florian Kübber wurden im Gottesdienst in der St.-Mauritius-Kirche feierlich verabschiedet. 

Ehrenamtspreis

Unsere Pfarrei St. Viktor gratuliert dem Betreuerteam des Ferienlagers St. Antonius in Merfeld zur Auszeichnung mit dem Corona-Sonderpreis des Dülmener Ehrenamtspreises 2020, der nun ein Jahr später offiziell im Rahmen einer kleinen Feierstunde auf dem Markt der Möglichkeiten im einsA von Bürgermeister überreicht wurde.

Wir danken dem Team, dass es nach dem Ausfall der traditionellen Ferienfreizeiten im Sauerland in den letzten beiden Jahren ein tolles alternatives Ferienprogramm mit Tagesaktivitäten in und rund um Merfeld gestaltet hat. 

Die Kinder und Jugendlichen erlebten dabei inmitten der Corona- Belastungen, wie es in der Laudatio der Urkunde beschrieben ist, „eine stabilisierende soziale Zugehörigkeit und erlebten Teamgeist und Freude bei den gemeinsamen Aktivitäten.“

Wir sind nicht nur dem Betreuerteam in Merfeld sehr dankbar für diesen außerordentlichen vorbildlichen Einsatz für die Kinder und Jugendlichen in Merfeld, sondern danken auch allen anderen Ferienfreizeitteams unserer Pfarrei für all Ihre kreativen Planungen und Aktivitäten für unsere Kinder und Jugendlichen in diesen Jahren mit so vielen Einschränkungen durch die Coronapandemie.

Schule

Was für eine Zeit …

so lautete die Überschrift zu unserem letzten Beitrag >>>, der sich ausschließlich mit der Corona-Pandemie und den Hilfsleistungen des EWK St. Mauritius Hausdülmen befasste.

Wie berichtet konnte der Unterricht in Dabogushie Dank umfangreicher Hilfe von offiziellen und privaten Unterstützern sicher und geordnet wieder aufgenommen werden.

„Geschafft ’’ !!! war zugegebenermaßen bei den Mitgliedern des EWK der erste Gedanke, und alle hofften auf eine kurze Verschnaufpause, denn hinter dem überaus erfreulichen Ergebnis steckt doch jede Menge Arbeit und Organisation, die mitunter auch sehr aufreibend und nervenzehrend sein kann.

Da hatten wir aber die Rechnung ohne den umtriebigen und von uns sehr geschätzten Father Hilary gemacht.

Dank e-mail stehen wir in einem engen Kontakt und können uns jederzeit austauschen, was zur Folge hatte, dass allgemeine Einigkeit darüber herrschte, dass unser Projekt – und sei es noch so wichtig und effektiv – natürlich nur einem kleinen Kreis von Kindern diese Bildungsmöglichkeit eröffnen konnte.

Father Hilary hatte auch schon einen sehr ambitionierten Plan: Wir brauchen noch eine Schule in einer anderen Außenstation von Tamale. Und wen wundert’s? Er hatte auch schon einen Standort ausgemacht: Tampei Kukuo .

Nach Überprüfung des Kostenvoranschlages konnte der EWK das Projekt mit sage und schreibe 19.000€ anschieben, es fehlten jedoch noch 21.000€.

Allen Widrigkeiten zum Trotz und wohl auch mit einer gehörigen Portion Gelassenheit und Gottvertrauen wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Und dann geschah das, womit niemand gerechnet hat:

Nach mehreren Telefonaten, Anschreiben, Klarstellungen, Übermittlung von Unterlagen und Prognosen ....erklärte sich das Bistum Münster bereit die Restkosten zu übernehmen. Es wurde unbürokratisch gehandelt, das Geld erreichte schnell die neuen Besitzer und innerhalb kürzester Zeit entstanden drei geschützte Klassenräume, die – auch wegen des momentanen traumhaften Wechselkurses – sogar noch teilweise eingerichtet werden konnten.

Jeder, der im Thema ist, weiß, dass auch jetzt eine Verschnaufpause kaum möglich sein wird, denn zu einer Schule gehört bekanntlich mehr als ein Raum mit Tischen und Stühlen.

Der EWK ist sich sicher, dass wir gemeinsam mit unserer Gemeinde und unseren Freunden und natürlich mit Father Hilary auch den nächsten Schritt schaffen werden.

Es geht immer weiter …

Die Digitalisierung ist aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Sie hat bereits die Art und Weise unserer Kommunikation verändert und wird uns privat und beruflich auch in Zukunft begleiten. Doch was tun, wenn der Umgang mit einem neuen Smartphone oder Tablet schwerfällt?

Nicht nur die Corona-Krise hat gezeigt, dass die Digitalisierung generationsübergreifend gestaltet werden muss. Im Lockdown war das Smartphone oder das Tablet die einzige Möglichkeit, um die Familie, die Enkel oder Bekannte zu sehen. Für diejenigen, die bis dahin keine oder nur wenig Erfahrung im Umgang mit den digitalen Medien hatten, war die Herausforderung besonders groß. 

Diesen Bedarf erkannte der Caritasverband für den Kreis Coesfeld bereits früh und initiierte das Projekt „Frag TEA – Technik.Einfach.Anwenden“ das von der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW gefördert wird. Andreas Bienen leitet das Projekt, welches mit verschiedenen Schwerpunkten den digitalen Wandel in der Gesellschaft begleiten und gestalten soll. „Eines unserer Schwerpunkte ist die kostenlose Technikberatung im städtischen Büro des einsA in Dülmen. Hier können sich Bürgerinnen und Bürger unkompliziert und kostenlos über die Anwendung und Bedienung eines Smartphones, Tablets oder Notebooks beraten lassen“, erzählt Andreas Bienen. Dabei hat das Projekt vor allem die Älteren in der Gesellschaft im Blick. 

 

Weitere Informtionen sind dem PDF zu entnehmen >>>

 

Foto: (v. l. n. r.): Anke Korste (Infopoint einsA), Leah König (Quartiersmanagerin Dülmen), Anja Ruffer (Infopoint einsA), Andreas Bienen (Projektleiter Frag TEA)

Eindrucksvoller Tag: Auf ganz besondere Weise konnte sich in diesen Tagen eine Dülmener Jugendgruppe mit dem Judentum bzw. dem Antisemitismus auseinandersetzen. Bei einem Besuch der jüdischen Gemeinde Münster informierte Geschäftsführer Sharon Fehr eingehend über Hintergründe und heutiges jüdisches Leben. „Es hat mir viel Spaß bereitet, Ihnen in unserer Synagoge ein paar Grundlagen unserer jüdischen Religion erläutern und auch auf Ihre vielen interessanten Fragen eingehen zu dürfen“, meint Fehr in einer Rückmeldung. „Ihnen sowie Ihren jungen Leuten gebührt aller Respekt: Sie haben 35 km mit dem Fahrrad nach Münster zurückgelegt, was für sich alleine genommen schon eine sehr beeindruckende Leistung ist.  Dann noch anschließend 90 Minuten voll konzentriert in der Synagoge, wohl wissend, dass es die gleiche Strecke von Münster nach Dülmen zurückzulegen gilt, das hat mich sehr nachhaltig beeindruckt. Ihnen allen gebührt aller größte Anerkennung und Respekt!“

Bombenfund

Eindrucksvolle Erinnerung: „Es handelt sich um den wohl wertvollsten archäologischen Fund des Jahres in Dülmen“, findet Pfarrer Markus Trautmann. Die Rede ist von der zerrissenen Metallhülle einer krepierten schweren Fliegerbombe, die 1945 auf dem Rathausplatz einschlug. Im Mai dieses Jahres wurde sie von Dr. Gerard Jentgens und seinem Team geborgen. So filigran das rostige Metall auch augenscheinlich wirkt – man kann es allein kaum anheben, so schwer ist es. „Der Fund ist noch gruseliger als die üblichen Blindgänger“, meint Trautmann, „zeugt der kleine Schrotthaufen doch von der tatsächlich von eben dieser Bombe ausgehenden Zerstörungskraft.“ In den nächsten Tagen wird das Exponat oberflächenbehandelt in der Dülmener Viktorkirche eintreffen und dort erst einmal zur Besichtigung liegen. Ob und wie der Bombenrest dann langfristig präsentiert oder gar bei Veranstaltungen einbezogen werden kann, wird sich ergeben. 

Bronzerelief

Bildstock mit Bronzerelief der heiligen Anna im einsA-Quartier.

Die Außenarbeiten rund um die Viktorkirche und im weiteren einsA-Quartier werden bald konkrete Züge annehmen. Letzte Vorbereitungen durch Planer und Archäologen laufen derzeit auf Hochtouren. „Wir sind froh, wenn dann bald der Spielplatzbereich des Anna-Kindergartens seine endgültige Gestalt bekommt“, meint Verbundleiter Matthias Menkhaus, „dann ist die Zeit des Provisoriums vorbei“.
Ein besonderer öffentlicher Blickfang könnte dann ein kleiner Bildstock werden, der ein Bronzerelief der heiligen Mutter Anna zeigt, der Namenspatronin des Familienzentrums. „Als im Jahre 1964 der Kindergarten St. Anna am Bült seine Tore öffnete, schuf die damals renommierte Künstlerin Hilde Schürk-Frisch (1915-2008) ein ganz besonderes bronzenes Relief“, erläutert Pfarrdechant Markus Trautmann. „Es zeigt, wie Anna und ihre Tochter Maria das Jesuskind emporheben, das sich fröhlich winkend dem Betrachter zuwendet.“

Dieses anrührende Kleinkunstwerk solle nun, nach mehr als 50 Jahren, ganz neu zur Geltung kommen, heißt es in einer Mitteilung. In eine gemauerte Stele eingefasst, werde es sowohl aus dem Kindergarten heraus wie auch vom Gehweg her ein „Hingucker“ sein, findet Menkhaus. „Die heilige Mutter Anna verkörpert ja wie kaum eine andere Heilige den intergenerativen Gedanken“, meint Pfarrer Trautmann. „Als Großmutter Jesu ist sie zwar die Frau im Hintergrund, wird aber sicher prägend und fördernd dem Heranwachsenden zur Seite gestanden haben“, so Menkhaus.

Bereits im April sind Menkhaus und Trautmann mit einem Brief an über 300 Frauen mit dem Vornamen „Anna“ und abgeleiteten Namensvarianten im Dülmener Stadtgebiet herangetreten, um eine finanzielle Unterstützung zu erbeten. „Denn für eine wertige und ansprechende Gestaltung eines solchen Besinnungsortes stehen im regulären Haushalt der Kirchengemeinde keine Mittel zur Verfügung“, erläutert Trautmann.

Die zahlreichen Zuwendungen sind zwar schon im vierstelligen Bereich angekommen, aber noch immer ist „viel Luft nach oben“ – was bei einem Freiluftprojekt nicht verwundert. Da die Briefaktion am 26. Juli (dem Gedenktag der heiligen Anna) endet, wenden sich Trautmann und Menkhaus nun auf anderen Wegen an mögliche weitere interessierte Sponsoren. „Im Falle einer Spende werden, sofern gewünscht, alle Förderer auf einer eigenen Tafel am Bildstock verewigt“, so Matthias Menkhaus. „Natürlich wird eine Spendenquittung ausgestellt.“ Ferner erfolgt eine Einladung zur Einweihung beziehungsweise zu einer Begegnung.

Bei der Zentralrendantur Dülmen wurde unter dem Stichwort „Bildstock St. Anna“ ein Sonderkonto eingerichtet.
IBAN: DE 84 4006 0265 0003 8877 00 (Darlehnskasse Münster eG) BIC: GENODEM1DKM.

 

Bericht der Dülmener Zeitung

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Zum Gedenken an die Betroffenen und Opfer der Flutkatastrophe sollen im Bistum Münster am Freitag, 23. Juli um 18 Uhr die Glocken läuten. Hierum hat Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp am 21. Juli in einem Schreiben an die Pfarrer und weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bistum gebeten.
Auch an den Kirchorten unserer Pfarrei möchten wir dieser Bitte nachkommen. In St. Viktor kann aufgrund einer derzeit defekten Glockanlage nicht geläutet werden. Das Bistum Münster greift, wie die übrigen Diözesen in Nordrhein-Westfalen, damit eine Bitte des Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Dr. Thorsten Latzel auf. Auch die Glocken der evangelischen Kirchen im Rheinland werden am Freitagabend läuten. Wir gedenken aller Betroffenen und aller Helfenden sowie Unterstützenden im Zusammenhang mit den Flutkatastrophe „täglich im fürbittenden Gebet“. 

Ornamente vor dem Hauptportal

Seit etlichen Wochen untersucht das Archäologen-Team um Dr. Gerard Jentgens den Kirchplatz rund um die Dülmener Viktorkirche. Dabei stießen die Ausgräber am Donnerstag, 15. Juli, auf Reste der alten Pflasterung, nur wenige Zentimeter unterhalb der heutigen Oberfläche. In den Jahren 1908 bis 1911  war  der gesamte Außenbereich der Kirche neu gestaltet worden – im Zugehen auf das 600jährige Stadtjubiläum. Damals erhielt der Kirchhof die heutige Abgrenzungsmauer samt Freitreppe zur Marktstraße hin; auch die Kirche selbst erhielt eine erneuerte Sandsteinfassade und einen wesentlich höheren Turmhelm. Ein Foto aus den Jahren vor 1945, das den Auszug eines Brautpaares aus der Kirche zeigt, lässt deutlich die in Stein gelegte Form einer Blüte erkennen. Nach dem Krieg wurde das Bodenniveau minimal angehoben, vor dem Hauptportal wurde eine andere Ornamentform angelegt.

Ornament Hochzeit  Ornament Ausgrabung

Griffel

Archäologe legt Fundamente von Lateinschule unter dem Kirchplatz frei.

Der an einen kurzen Kohlestift erinnernde Gegenstand ist nur wenige Zentimeter lang, Dr. Gerard Jentgens hält ihn zwischen Daumen und Zeigefinger. Es ist tatsächlich eine Art Stift, allerdings mindestens eineinhalb Jahrhunderte alt - ein Griffel aus Grafit, mit dem Schüler früher auf eine Schiefertafel schrieben.

Die Mitarbeiter des Archäologen haben den gut erhaltenen Griffel bei Grabungen auf dem Dülmener Kirchplatz der Gemeinde St. Viktor entdeckt, wie auch eine Spielzeug-Murmel, die aus Steinzeug-Keramik gefertigt ist. Benutzt haben beide Gegenstände Absolventen der ehemaligen Lateinschule, die vom Spätmittelalter bis Mitte des 19. Jahrhunderts auf dem Kirchplatz stand - mitten zwischen den Gräbern des damaligen Kirchfriedhofs.

Jentgens und sein Team gehen seit wenigen Wochen im Schatten des ältesten Dülmener Gotteshauses - die Kirche St. Viktor stammt aus dem achten Jahrhundert - in die Tiefe. Der Grund: Der Platz wird bald komplett neu gestaltet (DZ berichtete). Die bereits angelaufenen Bauarbeiten haben den Landschaftsverband Westfalen- Lippe (LWL) veranlasst, den Archäologen an Stellen, die ohnehin von den Arbeiten betroffen sind, nach den Fundamenten der Lateinschule und auch Gräbern suchen zu lassen. Denn der Kirchplatz war seit dem Frühmittelalter bis ins 19. Jahrhundert auch der Friedhof der Gemeinde St. Viktor - Gebeine aus über einem Jahrtausend liegen unter dem Boden.

Jentgens ist überaus vertraut mit der frühen Dülmener Stadtgeschichte. So entdeckte er hier bereits die ältesten beiden Glockengussgruben Europas. 

Dass er und sein Team nun auf die Fundamente der alten Lateinschule stießen, ist allerdings keine Sensation. Deren Existenz war bekannt. Überrascht haben den Archäologen und Markus Trautmann, den Pfarrdechant von St. Viktor, dass die Fundamente des ehemaligen Gebäudes so dicht unter dem Erdboden lagen - „nur eine Handbreit unter der Grasnabe“, so Trautmann.

Die Lateinschule habe wahrscheinlich über ein Erd- und ein Obergeschoss verfügt, so Jentgens, und sei wohl um die fünf Meter hoch gewesen, über einer Gesamtfläche - und die kennt man natürlich nun genau - von rund acht mal 13,5 Metern.

„Die Lateinschule war primär eine kirchliche Einrichtung“, sagt der Archäologe. Sie habe zuvorderst der Ausbildung künftiger Priester gedient. Aber auch Laien seien hier geschult worden, die ihre klassische Bildung später etwa in Verwaltungen einsetzen konnten. „Das war der Beginn unseres Bildungssystems“, so Jentgens. In der jüngeren Zeit, gemeint sind das 18. Jahrhundert und frühe 19. Jahrhundert, habe es in der Schule einen großen Klassenraum für rund 70 Jungen und zwei kleinere Räume gegeben. Die nächstgelegenen Gräber des damaligen Kirchfriedhofs waren dicht an der Schule, doch die Kinder hätten wohl kein Problem damit gehabt, so der Archäologe: „Das Verhältnis zu Grabstätten war ein ganz anderes als heute.“

Pfarrdechant Trautmann verfolgt die fortlaufenden Grabungen am Gotteshaus mit großem Interesse: „Mir ist wichtig, dass in einer Stadt, von der soviel durch den Zweiten Weltkrieg zerstört worden ist, die Geschichte wieder sichtbar und lebendig wird.“

Das meint der Pfarrer durchaus wörtlich. Er könne sich etwa vorstellen, dass in Zukunft auf dem neugestalteten Platz eine überirdische und partielle Nachbildung des Fundamentverlaufs den Kirchbesuchern und Passanten, die zwischen der Hauptverkehrsstraße und der Fußgängerzone unterwegs sind, vor Augen führen könnten, was (dann wieder) unter dem Erdboden verborgen liegt. Eine solche Entscheidung könne er aber nicht alleine fällen.

 

Bericht und Bilder der Dülmener Zeitung, Christian Besse

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