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Ein Pfingstausflug. Auf den Spuren von Friedrich Kaiser

Oder: Eine Reise in die Vergangenheit

Heute: Kleve / Reisebericht von Markus Trautmann, Pfingsten 2018

PfingstenGerade durfte ich in St. Viktor einen Festgottesdienst mit Weihrauch, Fahnen und kraftvollen Gesängen feiern – und schon wartet wieder die Tristesse. Der Dülmener Bahnsteig ist menschenleer, am Pfingstsonntag in der Mittagszeit. Die Sonne sticht wie im Hochsommer, am Horizont flimmern die Gleise. Heute soll es nach Kleve gehen: Auch dieser Ort am Niederrhein ist eine Station auf dem Lebensweg Friedrich Kaisers. 

Nachdem sich der Zug in Bewegung gesetzt hat, stelle ich mich ans Fenster des Fahrradabteils und suche die Landschaft in Richtung Stadt ab. Für nur wenige Sekunden erfasse ich jenen Blick auf die Kreuzkirche, den rd. 80 Jahre zuvor Kaiser selbst in einem Brief an auswärts lebende Verwandte beschrieben hat. „Und sonst: Im Westen nichts Neues!“, so die lakonische Formulierung vom 28. Oktober 1937. „Die Kirche in Dülmen ist bis zum Dach gediehen, wie ich öfters von der Strecke Dülmen-Recklinghausen aus sehe. Wenn man kurz vor Wewerink ist, sieht man den Bau sehr gut. Zu Pfingsten etwa soll sie fertig sein.“

Heute ist Pfingsten. Die Lesung der Pfingstliturgie des Vorabends sprach von der babylonischen Sprachverwirrung. Dagegen betonen die Texte vom Sonntag, etwa in der Laudes, deren Überwindung: „In vielen Sprachen verkünden die Apostel Gottes große Taten.“ Und: Gott heiligt seine Kirche „in allen Völkern und Nationen.“ Wie auch immer – ob babylonische Sprachverwirrung oder Eintracht im selben Geist: Zwischen Haltern und Marl verlässt der Bahnreisende die behagliche Überschaubarkeit der münsterländischen Parklandschaft und taucht ein in die mulikulturelle und damit vielsprachige Welt des Ruhrgebiets. Die Menschen, die hier zu- und bald schon wieder aussteigen, die vielen Wartenden an den Bahnsteigen (völlig anders als eben noch in Dülmen), ihr Sprechen und Gestikulieren, die fremden Klänge und exotischen Wortfetzen aus dem Smartphone: irritierend und faszinierend zugleich. Doch zwischen Krefeld und Kempen wird man wieder ausgespuckt aus diesem sozialen Schmelztiegel, fährt durch das maiengrüne weite niederrheinische Land Richtung Holland, durch Wiesen und Felder.

 

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