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Selige Anna Katharina Emmerick wird weltweit verehrt

Bericht vom 10. Februar 2019 der Bischöflichen Pressestelle Bistum Münster, Michaela Kiepe

 

Weihbischof Dr. Stefan Zekorn traf sich mit Mitgliedern des Emmerick-Bundes

 

Weihbischof Zekorn besucht das Grab der SeligenEine Voraussetzung für eine mögliche Heiligsprechung der seligen Anna Katharina Emmerick ist erfüllt: die weltweite Verehrung. „Monatlich erreichen uns bis zu 50 Emails aus aller Welt“, berichtete Angela Pund, stellvertretende Vorsitzende des Emmerick-Bundes, Weihbischof Dr. Stefan Zekorn. Der Regionalbischof war am Gedenktag der Seligen (9. Februar) nach Dülmen gekommen. Auf dem Programm standen ein Gespräch mit den Aktiven des Emmerick-Bundes sowie eine Eucharistiefeier in der Heilig-Kreuz-Kirche mit anschließender Prozession zum Grab der Seligen, das sich in der Kirche befindet. 

Besonders deutlich wird die weltweite Verehrung vor allem, seit die Ehrenamtlichen vor drei Jahren eine eigene Internetseite eingerichtet haben. „Es besuchen auch immer wieder Gäste aus dem Ausland das Grab von Anna Katharina Emmerick. Aber das bekommen wir nicht mit, da die Kirche tagsüber geöffnet ist“, informierte Pfarrer Peter Nienhaus. Doch die Anfragen per Email beispielsweise aus Brasilien, den Philippinen, den USA oder aus Venezuela nähmen von Jahr zu Jahr zu. „Oft sind es Reliquienanfragen. In der internationalen Verehrung spiegelt sich häufig ein anderer Umgang mit dem Glauben. Dafür müssen wir offen sein“, erklärte Pund. Und Christiane Daldrup fügte hinzu: „Leider fehlt uns die Möglichkeit, unsere Internetseite in weitere Sprachen zu übersetzen. Das würde sicherlich vielen Menschen im Ausland helfen und ihnen einen weiteren Zugang ermöglichen.“ Neben der weltweiten Verehrung ist für eine Heiligsprechung in der katholischen Kirche ebenso ein nachgewiesenes Wunder erforderlich. „Wenn wir die Emails beantworten, fragen wir auch immer nach der Verehrung. Vielleicht erfahren wir auf diesem Weg einmal von einem Wunder“, hofft Pund. Ebenso kümmere sich eine bischöfliche Emmerick-Kommission um die Förderung der Heiligsprechung.

Weihbischof Zekorn erzählte, dass er selbst auch immer wieder mit der seligen Anna Katharina Emmerick in Berührung gekommen sei. Im Bücherschrank seiner Eltern habe er als Jugendlicher das Buch „Das Leben Jesu“ entdeckt. „Ich fand es faszinierend, und es hat mich berührt. Auch als Student bin ich in Dülmen an ihrem Grab gewesen“, berichtete der Weihbischof den Ehrenamtlichen. Ebenso habe ihn der Film „Die Passion Christi“ beeindruckt, in dem Mel Gibson zahlreiche Visionen der Mystikerin des Münsterlandes aufgegriffen habe. 

Im anschließenden Gottesdienst verwies er in seiner Predigt auf die Wirkung der seligen Anna Katharina Emmerick. Sie sei eine arme Kötterstochter gewesen, die die meiste Zeit ihres Lebens schwach, krank und bettlägerig war. Lange habe sie nach der Möglichkeit gesucht, in ein Kloster einzutreten. Das sei ihr gelungen. Allerdings habe sie nur neun Jahre im Kloster leben können, da es aus politischen Gründen geschlossen wurde. „Ein Leben, das sich äußerlich nicht entfalten konnte. Doch was für eine große Wirkung hat es gehabt. Bis heute erschließt die Selige unzähligen Menschen in Europa, Amerika, Afrika und Asien den christlichen Glauben. So zeigt uns ihr Leben: Gott führt uns als Einzelne und als Kirche seine eigenen Wege, wenn wir uns auf ihn einlassen. Die selige Anna Katharina lehrt uns Mut zur scheinbaren Vergeblichkeit im Vertrauen auf das größere Wirken Gottes.“