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Musikalische Großfamilie

Bericht vom 20. Januar der Dülmener Zeitung, Kristina Kerstan {multihtumb}

 

Vor 20 Jahren begann die Geschichte der Kantorei St. Joseph mit dem Amtsantritt von Thomas Drees


IMG 1731Thomas Drees muss im Rückblick lachen, wenn er an seine ersten Tage als Kantor von St. Joseph denkt. Am 1. Januar 1998 begann sein Vertrag - allerdings startete er gleich mal mit einer Krankheitswoche, berichtet Drees. Um danach jedoch richtig loszulegen. Schon im Februar gab es die erste Probe des damals neu gegründeten Kinderchores mit 30 Jungen und Mädchen. 

 

Mit dem Arbeitsantritt von Drees beginnt auch die Geschichte der Kantorei St. Joseph, die heute drei Chöre - Kinderchor St.-Joseph-Lerchen, Jugendchor und Gemischter Chor - mit rund 200 Sängern im Alter von fünf bis 95 Jahren umfasst. Das 20-jährige Bestehen war bereits vorzeitig im Dezember mit dem Jubiläumskonzert „Macht hoch die Tür“ gefeiert worden, an dem alle drei Ensembles mitwirkten (DZ berichtete). Sie alle hat Drees aufgebaut. 

So gab es, als er 1998 startete, in der Gemeinde bislang einen Kirchenchor mit rund 35 Mitgliedern. Von Pfarrer Friedel Gemke hatte Drees den Auftrag bekommen, diesen weiterzuentwickeln und gleichzeitig einen Kinder- und Jugendbereich aufzubauen. Neben der Neugründung des Kinderchores rief er zudem den Jungen Chor St. Joseph ins Leben, mit knapp 40 Aktiven zwischen Anfang 20 und Mitte 40. „Ich habe die Erfahrung mitgebracht, dass es schwierig ist, Leute in einen bestehenden Chor zu integrieren“, erläutert der Kantor. Konzentrierte sich der Kirchenchor auf klassische Chorliteratur, sang der Junge Chor etwa Neues Geistliches Lied. 

Fünf Jahre, bis 2003 liefen beide Ensembles parallel. Bewusst wurden beide Chöre dann aufgelöst und ein neuer mit komplett anderem Namen gegründet, erinnert sich Drees - nämlich der Gemischte Chor der Kantorei St. Joseph. Wobei sich „gemischt“ sowohl aufs Alter als auch Geschlecht beziehe. „Das war praktisch auch die Geburtsstunde des Namens Kantorei St. Joseph.“ Die Neugründung hatte viel auch damit zu tun, dass 2001 mit dem Jugendchor ein weiteres Ensemble in der Gemeinde entstanden war. Und vier Chöre gleichzeitig zu betreuen, das sei zuviel gewesen, erläutert der Kantor. 

Gebildet hatte sich der Jugendchor aus jungen Sängern, die dem Kinderchor entwachsen waren. Aktuell gebe es dort noch fünf Mitglieder, die 1998 im Kinderchor gestartet seien, berichtet Ruth Bünder. Sie ist Geschäftsführerin des Kinder- und Jugendchores und Teil des Elternteams, das Drees bei seiner Arbeit unterstützt. Und sich etwa bei den Musicals, die die Lerchen alle zwei Jahre aufführen, um Regie, Kostüme oder Bühnentechnik kümmert (beim Gemischten Chor übernimmt das der Vorstand um Aloys Timmer und Brunhilde Helmer). So wird in diesem November „Die Hexe Backa Racka“ aufgeführt - was übrigens 2001 das erste abendfüllende Stück war, das der Kinderchor einstudierte. Zum Kantorei-Jubiläum soll zudem im Oktober eine Art Klassentreffen aller bisherigen Sänger stattfinden, verrät Bünder. So seien bislang 423 Mädchen und Jungen hier aktiv gewesen. 

Diese Lerchen werden übrigens in Aufbau- (A-Chor) und Konzertchor (B-Chor) aufgeteilt, abhängig nach der Stimmbildung. Sehr gut bewährt habe sich das Paten-Konzept, wo ältere Kinder sich um jüngere kümmern, lobt Drees. Generell sei der Zusammenhalt in der gesamten Kantorei hervorragend, Konkurrenz gebe es keine. „Wir sind eine Gemeinschaft, wir sind eine große Familie.“ Zu der gehört zudem Korrepetitor Matthias Schütz, der seit zwei Jahrzehnten für die musikalische Begleitung zuständig ist - und mittlerweile auf acht prall gefüllte Notenordner kommt. 

Welche Ziele hat sich Drees mit der Kantorei gesetzt? „Im Prinzip ist das nicht zu toppen. Es ist ein gut funktionierendes System, das jedoch immer wieder angepasst werden muss.“ Für den Gemischten Chor wünscht er sich zudem weitere Männerstimmen. Und für das nächste große Konzert mit der ganzen Kantorei im Winter 2019 hat er bereits ein Stück im Visier: das Weihnachtsoratorium von Bach. 

Infos zu den Chören, etwa zu den Probenzeiten, gibt es bei Thomas Drees, Tel. 02509/9125, und Ruth Bünder (Kinder- und Jugendchor), Tel. 02594/789274.