Info aus der Dülmener Zeitung von Kristina Kerstan
Im ersten Raum haben sich die Kommunion-Katechten bereits eingerichtet. Raum zwei nutzen die Firm-Katecheten, Nummer drei die Frauengemeinschaft. Im kleinen Zimmer im Obergeschoss hortet der Kirchenchor seine Noten, im Saal im Erdgeschoss wird geprobt. Die kleine Küche ist ebenfalls schon genutzt worden. Keine Frage: Das neu gebaute Pfarrhaus in Rorup wird von den Gruppen der St.-Agatha-Gemeinde bereits gut genutzt. Auch wenn das Gebäude offiziell erst am morgigen Sonntag, 28. September, eingesegnet wird.
Im Juni vergangenen Jahres waren die Arbeiten gestartet. Mit dem Neubau wollte die Gemeinde die Raumknappheit im Pfarrheim, das im benachbarten Bürgerhaus untergebracht ist, endlich beseitigen. Tagte dort der Pfarreirat, so erinnert sich Ludger Streyl, langjähriger Vorsitzender des Kirchenvorstandes von St. Agatha und heute im Verwaltungsrat von St. Viktor, dann saßen die Teilnehmer in Zweierreihen. „Das war kein Zustand.”
Daher gab es schon lange Pläne, das der Gemeinde gehörende Haus neben der Kirche für einen Neubau abzureißen. Die wurden konkreter, als 2012 die letzten Bewohner, eine Flüchtlingsfamilie, auszogen. Die Roruper suchten das Gespräch mit dem Bistum. Das genehmigte schließlich eine Investition von 380.000 Euro für ein Pfarrhaus, erläutert Streyl. Diese Summe konnte auch eingehalten werden. „Die Erdarbeiten haben wir aber in Eigenregie gemacht, sonst wäre es etwas eng geworden”, berichtet er. Im Sommer 2013 begannen die Arbeiten, die dank des milden Winters problemlos liefen. „Für uns war es wichtig, dass das Haus, für den Fall, dass die Kirche es nicht mehr braucht, so geplant und gebaut wird, dass man es mit wenigen Arbeiten zum Einfamilienhaus umbauen kann”, betont Streyl.
Erst einmal wird der Neubau jetzt jedoch von der Gemeinde bezogen. Viele der neuen Nutzer haben sich schon eingerichtet. „Es fehlt aber noch das eine oder andere Bild”, sagt Hermann Richter, der als damaliger Pfarrgemeinderatsvorsitzender das Haus mit auf den Weg gebracht hat. Ein geliehenes Bild von Stefanie Ring, eine farbige Darstellung der St.-Agatha-Kirche, hängt bereits im Eingangsbereich. „Es soll auch auf Dauer so sein, dass im Haus Leihgaben zu sehen sind”, betont Michael Döveling, Sprecher des Ortsausschusses, und zwar Werke möglichst von Rorupern.
Doch nicht alle Gruppen der Gemeinde ziehen in den Neubau. So nutzen die Senioren weiterhin den großen Saal im Bürgerhaus. Auch die Messdiener bleiben dort und können dort jetzt zwei statt nur einen Raum nutzen. Auch die Landjugend bleibt in ihrem Keller im Bürgerhaus. Ein Raum wurde von der Gemeinde vermietet, hier wird eine Band proben.
Das neue Pfarrhaus soll nicht nur kirchlichen Organisationen zur Verfügung stehen. „Es soll ein Haus für die ganze Gemeinde sein”, betont Michael Döveling. So könnten auch andere Vereine, etwa Brukteria Rorup, den großen Saal mit Platz für bis zu 40 Leuten zum Beispiel für Versammlungen mieten. Auch familiäre Veranstaltungen könnten dort stattfinden. „Was wir aber nicht wollen ist, dass hier irgendwelche Feten gefeiert werden”, ergänzt Streyl. Das Pfarrhaus sei auch keine Konkurrenz zum Bürgerhaus, fügt Döveling hinzu.
Die Einsegnung des Pfarrhauses beginnt am Sonntag, 28. September, um 11 Uhr mit einem vom Kirchenchor musikalisch gestalteten Festgottesdienst, gehalten von Pfarrer Markus Trautmann. Im Anschluss findet die Einsegnung statt, gefolgt von einem gemütlichen Beisammensein samt Grillen, für Kinder gibt es eine Hüpfburg.