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Tag der Nordischen Diaspora am 08. Februar 2015

Am Sonntag, dem 8. Februar 2015 begehen wir im Bistum Münster den Tag der Nordischen Dias­pora. Zu diesem Sonntag hat der Bischof des Bistums Stockhof, Herr Bischof Arborelius, folgenden Brief an die Katholiken unseres Bistums geschrieben.

Liebe Katholikinnen und Katholiken in der Diözese Münster,

Ansgar: Mönch und Apostel

Was kann der heilige Ansgar, ein Mönch aus dem neunten Jahrhundert, uns heute sagen und zeigen? Als katholische Christen glauben wir, dass die Hei­ligen aus allen Zeiten und aus allen Teilen der Welt eine bleibende Aktualität haben. Katholisch-sein ist offen sein für die Universalität der Heiligkeit. Ein Mensch, der durch seine Verbundenheit mit Christus und durch sein Leben in der Nachfolge Christi ver­wandelt wird, bleibt immer und überall aktuell.

Ansgar, der Apostel der nordischen Länder, wurde im Jahre 801 geboren. Schon als Fünfjähriger kam er in das Benediktinerkloster Corbie bei Amiens. Als junger Mönch ging er als Missionar vom Kloster der Benediktiner in Corvey an der Weser aus in den Raum Harnburg und Bremen und nach Dänemark und Schweden, dessen Apostel er genannt wird. Er starb am 3. Februar 865 in Bremen, wo er im Dom begraben wurde – also vor 1150 Jahren.

Man hat Ansgar so charakterisiert: Er war ein Apostel, der in seinem Inneren ein Mönch geblieben ist. Im Kloster hat er das kontemplative Leben in der tiefen Verbundenheit mit Christus gelernt. Auch als er missionarisch tätig war, lebte er in der ständigen Gegenwart Gottes. Es wird berichtet, dass er häufig Visionen hatte, aber die hinderten ihn nicht bei sei­ner Arbeit als Missionar.

Dadurch zeigt uns der heilige Ansgar, dass es möglich ist, auch bei vielen äußeren Aufgaben mit Christus verbunden zu bleiben. Gebet und Apostolat gehen zusammen.

Wir heutigen Christen erkennen darin die Bedeu­tung der inneren Verbundenheit mit Gott, damit wir auch von ihm zu den Menschen sprechen können. Die innere geistliche Erfahrung gibt der Predigt und Missionierung erst die Glaubwürdigkeit.

Äußerlich betrachtet hatte der heilige Ansgar keine großen Erfolge. Damals wie heute gab es Widerstand, ja Hass. Ansgar wurde nicht Mär­tyrer, aber er war immer bereit, sein Leben im Dienste Christi zu opfern. Die Früchte seiner Arbeit als Missionar hat er kaum geerntet. Für ihn war es genug – wie Mutter Teresa von Kalkutta sagte, – etwas Schönes für Gott getan zu haben. Das könnte auch für die Kirche unserer Tage bei so viel Ergebnislosigkeit ein wichtiger Anstoß sein. Der Apostel Ansgar sprach als Mönch. Die Men­schen spürten, dass er lebte, was er verkündete.

Heiliger Ansgar, Mönch und Apostel, du hast die Frohbotschaft in die nordischen Länder gebracht. Durch das immerwährende Gebet warst du immer mit dem Herrn verbunden. Darum konntest du auch in glaubwürdiger Weise ein Zeuge Christi werden. Hilf uns, durch deine Fürsprache immer mit dem Herrn verbunden zu bleiben und ihn dabei durch Wort und Tat zu verkünden.

† Anders Arborelius ocd

Bischof von Stockholm